Geburtstrauma: Wenn die Geburt seelische Narben hinterlässt
- Amelie Eck

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Die Geburt – ein biologisches Wunder mit psychischer Dimension
Geburt ist ein zutiefst menschlicher Übergang: ein Ereignis von extremer körperlicher Kraft, intensiver emotionaler Bindung und gleichzeitig großer Verletzlichkeit. Medizinisch betrachtet sind Geburten in Deutschland heute so sicher wie nie zuvor. Die Mütter- und Kindersterblichkeit ist auf historische Tiefstände gesunken – ein Fortschritt, auf den wir stolz sein können.
Doch: Sicherheit bedeutet nicht automatisch seelisches Wohlbefinden. Viele Frauen erleben ihre Geburt als traumatisch – ein Erlebnis, das sich tief ins Nervensystem einprägt und langfristige Folgen für Mutter, Kind und Familie haben kann.
Was ist ein Geburtstrauma?
Ein Geburtstrauma ist eine posttraumatische Reaktion auf die Geburt, die entsteht, wenn das Nervensystem die Geburt als überwältigend oder bedrohlich abspeichert. Anders als die medizinische Sicht, die oft nur auf das Überleben von Mutter und Kind fokussiert, betrachtet die Traumapsychologie die subjektive Wahrnehmung der Gebärenden.
Typische Auslöser
Studien und Erfahrungsberichte nennen unter anderem:
Gefühl des Ausgeliefertseins: Mangelnde Mitbestimmung, plötzlich eingeleitete Interventionen oder Notfallmaßnahmen ohne ausreichend Aufklärung
Respektloser Umgang durch medizinisches Personal: Kommunikation, die das Schamgefühl verletzt oder das subjektive Erleben entwertet
Massive körperliche Belastung und Schmerzen: Intensive Schmerzen ohne adäquate Begleitung
Unerwartete medizinische Eingriffe: Notkaiserschnitt, Geburtsstillstand oder weitere Interventionen
Psychische Vorbelastungen: Frühere Traumata oder Ängste können die Vulnerabilität erhöhen
Wichtig: Nicht jede schwierige Geburt führt zu einem Trauma. Entscheidend ist die subjektive Wahrnehmung – wie sicher, verstanden und unterstützt sich die Gebärende gefühlt hat.
Symptome eines Geburtstraumas
Viele Frauen erkennen die Folgen zunächst nicht, da sie gesellschaftlich häufig als „normaler Wochenbettstress“ bagatellisiert werden. Typische Symptome können sein:
Intrusionen: Flashbacks, belastende Erinnerungsfetzen, Albträume
Hyperarousal: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit
Emotionale Taubheit: Wenig Zugang zu eigenen Gefühlen, Vermeidung von Nähe
Sozialer Rückzug: Isolation von Partner:innen, Familie oder Freund:innen
Schuld- und Versagensgefühle: Gedanken wie „Ich habe versagt“ oder „Mein Körper hat mich im Stich gelassen“
Wenn diese Symptome über Wochen und Monate bestehen, kann sich eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) nach der Geburt entwickeln. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine normale Reaktion auf ein überwältigendes Erlebnis.
Auch ich war betroffen
Als betroffene Mutter und Hebamme weiß ich, wie sehr ein Geburtserlebnis zur emotionalen Zerreißprobe werden kann.
Da ist diese unendliche Liebe für den kleinen Menschen, den ich in meinen Armen halten durfte – und gleichzeitig seelischer Schmerz. Erinnerungen und Bilder drängten sich immer wieder auf. Mein Körper war Mutter geworden, mein Nervensystem war im Alarmzustand.
Ich hatte das Glück zu verstehen, was mit mir geschah: Ich war traumatisiert. Von der Geburt meines ersten Kindes. Und ich hatte das Glück, bereits wenige Tage nach der Geburt professionelle Unterstützung zu erhalten. So konnte ich das Erlebte verarbeiten und mich im Wochenbett wirklich erholen.
Diese Erfahrung prägt meine Arbeit bis heute: Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie traumatische Geburt erlebt wird – und wie wichtig sanfte, traumasensible Begleitung ist.
Auswirkungen auf Bindung und Kind
Bindung entsteht über emotionale Sicherheit und Feinfühligkeit.Ist das Nervensystem der Mutter oder des Elternteils dauerhaft aktiviert, kann dies die Fähigkeit beeinträchtigen, auf das Kind feinfühlig einzugehen.
Mögliche Folgen für das Kind:
vermehrtes Schreien
Schlafprobleme
Trennungsangst
Regulationsschwierigkeiten
Das bedeutet kein Versagen der Eltern, sondern spiegelt die Auswirkungen der Überlastung des Nervensystems wider. Mit professioneller Begleitung lassen sich diese Muster erkennen und korrigieren.
Geburtstrauma sanft verarbeiten – meine Arbeitsweise
In meiner Praxis in Gauting und München – sowie online – begleite ich Frauen nach traumatischen Geburten. Ich verbinde:
Langjährige Erfahrung als Hebamme
Ausbildung als Heilpraktikerin für Psychotherapie
Moderne, nervensystembasierte Traumatherapie
Ich arbeite unter anderem mit TBT (Trauma Buster Technique), einer körperorientierten Methode, die:
direkt auf Ebene des Nervensystems wirkt
das Trauma reguliert, ohne dass es immer wieder detailliert durchlebt werden muss
Selbstwirksamkeit stärkt
Verarbeitung effizient und nachhaltig ermöglicht
Trauma sitzt nicht im Ereignis, sondern im Nervensystem. Genau dort setzen wir an.
Du musst da nicht alleine durch
Vielleicht fällt es dir schwer, über die Geburt zu sprechen, oder du spürst noch Unruhe und Überforderung. Du musst diese Erfahrungen nicht alleine verarbeiten. In meiner Praxis in Gauting, München und online begleite ich Frauen nach traumatischen Geburten mit traumasensibler Unterstützung – individuell, respektvoll und auf dein Tempo abgestimmt.
Sanfte Traumaverarbeitung möglich
Mit Methoden wie TBT (Trauma Buster Technique) arbeiten wir direkt am Nervensystem, ohne dass du das Erlebnis immer wieder detailliert durchleben musst. Ziel ist, dass du wieder mehr Ruhe, Stabilität und Vertrauen in dich selbst spürst – Schritt für Schritt, in deinem eigenen Tempo.
Professionelle Unterstützung für dich
Als Hebamme und Heilpraktikerin für Psychotherapie kombiniere ich fachliche Erfahrung aus Geburtshilfe und Traumatherapie. Mein Angebot richtet sich an Frauen, die nach belastenden Geburten Unterstützung suchen, die wirksam, sanft und nachvollziehbar ist – sowohl vor Ort in Gauting oder München als auch online.
Ein kostenloses Erstgespräch ist möglich: Direkt über Doctolib buchen

Kommentare